Musikalische Vielfalt auf einem Wunderwerk

Eckernförde. Viele verbinden es mit Seefahrerromantik und Hafenfesten: Wenn an Nord oder Ostseeküste Shantys gesungen werden, darf das Akkordeon als Begleitung nicht fehlen. Doch man täte dem vielseitigen Instrument mehr als Unrecht, würde man es auf diesen Musikstil reduzieren. In Eckernförde weiß man das seit vielen Jahren, spätestens jedoch seit Hans-Jürgen und Ute Schröder das Akkordeon-Orchester in Eckernförde aus der Taufe hoben.

Der Vorstand des Akkordeon-Orchesters Eckernförde e.V. (von links nach rechts): die zweite Vorsitzende Kristina Carstensen, die musikalische Leiterin der Akkordeon-Kids Iris Lehmann, die erste Vorsitzende Meike Salzmann und der musikalische Leiter des ersten und zweiten Orchesters Philipp Merkelbach

Der Vorstand des Akkordeon-Orchesters Eckernförde e.V. (von links nach rechts): die zweite Vorsitzende Kristina Carstensen, die musikalische Leiterin der Akkordeon-Kids Iris Lehmann, die erste Vorsitzende Meike Salzmann und der musikalische Leiter des ersten und zweiten Orchesters Philipp Merkelbach

Der Nachfolger als musikalischer Leiter, Philipp Merkelbach, erklärt die Möglichkeiten des Instruments: „Auf dem Akkordeon spielt man drei Stimmen gleichzeitig, die Bass- und die Solostimme sowie die Begleitakkorde. Außerdem kann man mit dem Balg eine ganz besondere Dynamik in die Musik bringen und die Lautstärke stark variieren.“ Das sind Eigenschaften, die das leicht despektierlich „Schifferklavier“ genannte Instrument ganz klar seinem großen Namensvetter, dem „echten“ Klavier, voraus hat. Kein Wunder also, dass Merkelbach die Faszination des Allround-Instrumentes so resümiert: „Das Akkordeon ist ein kleines mechanisches Wunderwerk und klingt wie eine ganze Band in einem einzigen Instrument.“

Das Akkordeon-Orchester nutzt die große Bandbreite des Instrumentes für ein vielseitiges musikalisches Repertoire. Die erste Vorsitzende Meike Salzmann erläutert: „Wir spielen von Klassik bis Pop alles, was gut klingt. Dazu gehören aktuelle Stücke wie „Atemlos durch die Nacht“, „Fluch der Karibik“, Michael-Jackson-Songs und Santiano-Potpourris ebenso wie Klassiker des Rock und Swing wie „Rock around the Clock“ und „In the Mood“. Außerdem spielen wir Konzertantes, Tango, Walzer und Musical-Melodien – und natürlich auch immer wieder Shantys.“

Das erste Orchester

Das erste Orchester

Denn man legt zwar Wert darauf, ein modernes Akkordeon-Orchester zu sein, kommt aber auch Publikumswünschen nach maritimen Klängen sehr gerne nach. Zu hören ist die hohe musikalische Qualität des Akkordeon-Orchesters auch in diesem Jahr wieder bei etwa 15 Konzerten, zu denen Auftritte bei der Kieler Woche, dem Eckernförder Piratenspektakel und der Holstenköste in Neumünster gehören. Darüber hinaus werden langjährige Traditionen gepflegt wie die regelmäßigen Begleitungen von Gottesdiensten im Eckernförder Heilpädagogium sowie der Kontakt zum dänischen Partnerorchester „Sonderborg Harmonikaklub“, zu dessen Frühjahrskonzert das Orchester eingeladen ist. foerde_o1aDen musikalischen Höhepunkt bildet wie gewohnt das große Jahreskonzert in der Eckernförder Stadthalle, das am 21. November stattfinden wird. „Im vergangenen Jahr kamen 680 Zuschauer zum Jahreskonzert“, erzählt Salzmann höchst zufrieden. Etwas unzufrieden ist man hingegen damit, dass sich ein Wunsch bislang noch nicht erfüllt hat, obwohl er buchstäblich vor der Haustür liegt. „Wir würden im Sommer sehr gerne in der Konzertmuschel im Kurpark auftreten und sind von vielen Zuhörern auch schon oft darum gebeten worden, doch leider hat das bislang noch nicht geklappt“, bedauert Salzmann.

Das Jugendorchester

Das Jugendorchester

Das Hauptorchester besteht zur Zeit aus 25 Spielerinnen und Spielern im Alter von 15 bis 45 Jahren. Zu diesem ersten Orchester hinzu kommt ein zweites, das Jugendorchester mit 15 Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren. Auch hier begeistert das Instrument, wie die Brüder Thies und Julius Petersen bestätigen. „Wir spielen auf dem Akkordeon eigentlich alles, es ist sehr vielfältig“, erklärt der 14-jährige Thies, während sein zwei Jahre jüngerer Bruder Julius ergänzt: „Es macht viel Spaß, zusammen mit Freunden zu spielen.“ Angefangen haben beide wie die meisten ihrer Mitspieler bei den „Akkordeon-Kids“, dem dritten Orchester des Vfoerde_o2aereins, der den jüngsten Nachwuchs an das Instrument heranführt. Gegenwärtig sind dort acht Schüler im Alter von 9 bis 12 Jahren unter der musikalischen Leitung von Iris Lehmann aktiv.
„Wir freuen uns über jeden, der gerne bei uns mitmachen möchte“, lädt Meike Salzmann alle Interessierten herzlich zu einem Kennenlernen ein. Vom Kind bis zum Erwachsenen ist jeder willkommen. „Das ist unabhängig, ob jemand schon gut spielen kann oder Anfänger ist. Wir erteilen auch Unterricht“, betont Salzmann.

Autorin: Brigitte D. Hartel, erschienen im Förde Express am 04. März 2015 (mit freundlicher Genehmigung, alle Rechte vorbehalten)